Erbstücke, Zahngold, Bruchgold: Was in Chemnitzer Haushalten schlummert und wie man es richtig bewertet
In vielen sächsischen Haushalten lauern Goldreserven, deren Wert den Besitzern oft nicht bewusst ist. Alte Trauringe aus dem Nachlass, ausgediente Zahnkronen in einer Schublade, eine gerissene Kette aus Jugendtagen. Der Materialwert dieser Dinge summiert sich schnell auf einen Betrag im drei- oder vierstelligen Bereich. Doch zu welchen Summen kommt es bei einem Verkauf eigentlich und wie werden diese ermittelt?
Welche Goldarten kommen in Privathaushalten vor?
Der größte Teil des in Privathand gehaltenen Goldes besteht aus Schmuck. In Deutschland sind hierbei die Feingehalte 333, 585 und 750 am häufigsten, was dem Schmuckgehalt von 8, 14 oder 18 Karat entspricht. Neben Schmuck finden wir auch Zahngold, meist eine Legierung aus Gold, Palladium, Silber und Platin mit einem Goldanteil von 60–85 %. Bruchgold sind beschädigte Schmuckstücke, einzelne Ohrringe oder Kettenglieder, deren Materialwert im Vordergrund steht. Anlagegold wie der Krügerrand und der Wiener Philharmoniker sowie Barren nach LBMA-Standard haben einen Feingehalt von 999,9 und werden gesondert bewertet.
Feingehalt und Punze als Grundlage jeder Bewertung
Der Ausgang von jedem Gutachten liegt in der Prüfung der Punze. Sie ist der kleine Stempel, den das deutsche Feingehaltsgesetz für gewerblich hergestellten Schmuck vorschreibt. Die Zahl gibt den Goldanteil in Tausendsteln an. Ist keine Punze vorhanden oder erscheint sie unplausibel, führt an einer technischen Analyse kein Weg vorbei. Eine Sichtprüfung allein genügt nicht.
Wer sich über den Ablauf informieren oder sein Gold gratis schätzen lassen möchte, findet in der Umgebung zuverlässige Adressen, zum Beispiel einen seriösen Goldankauf in Chemnitz mit fairen Preisen und transparenter Bewertung, bei dem die Prüfung nach nachvollziehbaren Kriterien vorgenommen wird. Wichtig ist, dass der Kunde jeden Schritt selbst überprüfen kann und die Berechnung offen vorliegt.
Prüfverfahren: von der Säureprobe zur Röntgenfluoreszenzanalyse
Für die technische Bestimmung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. In der Vergangenheit wurde die Säureprobe, auch Streichprobe genannt, mit einem Prüfstein aus Kieselschiefer vorgenommen. Ein Strich des Prüflings wurde mit Prüfsäuren verschiedener Konzentration behandelt, und die Reaktion gab Rückschluss auf den Feingehalt.
Das Verfahren ist bewährt, aber vergleichsweise ungenau, vor allem bei aufgefüllten oder plattierten Stücken. Die Röntgenfluoreszenzanalyse, kurz RFA, ist zerstörungsfrei und liefert innerhalb weniger Sekunden eine genaue Legierungszusammensetzung. Moderne Geräte können zahlreiche Elemente gleichzeitig erfassen und werden entsprechend kalibriert. Bei Barren und Münzen wird ergänzend die Dichtemessung nach dem archimedischen Prinzip vorgenommen, mit der sich mögliche Fälschungen aufdecken lassen.
Wie sich der Ankaufspreis berechnet
Die Basis jeder Preisberechnung ist der aktuelle Feingoldpreis. Als internationale Referenz dient unter anderem der Goldpreis der London Bullion Market Association.
Der Materialwert eines Schmuckstücks ergibt sich aus dem Gewicht in Gramm, multipliziert mit dem Feingehalt und dem aktuellen Grammpreis für Feingold. Von diesem theoretischen Materialwert zieht der Ankäufer in der Regel einen Abschlag ab, der seine Verarbeitungs-, Scheide- und Betriebskosten berücksichtigt. Wer mehrere Angebote vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf den genannten Goldpreis, sondern vor allem auf die tatsächlich angebotene Auszahlung achten.
Worauf beim Verkauf zu achten ist
Vor dem Gang zum Ankäufer empfiehlt sich:
- Goldstücke grob nach Feingehalten vorsortieren und wiegen, um eine erste Orientierung zu erhalten.
- Einen Ausweis mitnehmen, falls für den Ankauf eine Legitimation erforderlich ist.
- Die Bewertung möglichst im eigenen Beisein durchführen lassen.
- Darauf achten, dass Gewicht, Feingehalt, zugrunde gelegter Goldpreis und Auszahlung nachvollziehbar dokumentiert werden.
- Bei höherwertigen Stücken oder größeren Mengen mehrere Angebote miteinander vergleichen.